Bioenergie

Was ist eigentlich Bioenergie? *

Getreide und Mohnblumen, Jörg Kleinschmidt / pixelio.de  

Unter Bioenergie versteht man Energie in Form von Strom, Wärme oder Kraftstoffen, die aus Biomasse gewonnen wird.

Für Biomasse finden sich verschiedene Begriffsbestimmungen und Definitionen. Als Biomasse bezeichnet man unter anderem

  • Pflanzen und Pflanzenbestandteile und die aus Pflanzen oder Pflanzenbestandteilen hergestellten Energieträger,
  • Abfälle und Nebenprodukte (pflanzlicher und tierischer Herkunft) aus Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft und den jeweils nachgelagerten Verarbeitungsbetrieben,
  • Restholz aus Betrieben der Holzbe- und -verarbeitung und der Holzwerkstoffindustrie,
  • Landschaftspflegegut und Treibsel aus Gewässerpflege, Uferpflege und -reinhaltung,
  • Altholz bzw. Gebrauchtholz und Bioabfälle.

Biomasse gehört zu den erneuerbaren Energieträgern. Nicht als Biomasse gelten biogene fossile Brennstoffe wie Erdöl, Kohle, Erdgas und Torf, da diese sich nicht in überschaubaren Zeiträumen regenerieren und damit nicht die Kriterien der Erneuerbarkeit erfüllen.

Holz ist derzeit im Bereich Biomasse der bedeutendste Energieträger. Holz kommt dabei nicht allein aus dem Wald. Neben Waldrestholz sind als bedeutende Holzaufkommen u. a. Gebrauchtholz/Altholz, Industrierestholz, Holz aus der Landschaftspflege und Holz aus der Landwirtschaft (Agrarholz, Kurzumtriebsplantagen) zu nennen.

Möglichkeiten und Potenziale beim Ausbau der Energieerzeugung aus Biomasse *

Zuckerrübenvollernter Michael Ottersbach  / pixelio.de

Energiepflanzen werden beim geplanten Ausbau der Energieerzeugung aus Biomasse künftig den größten Beitrag zu leisten haben. Energiepflanzen werden speziell für die energetische Nutzung angebaut und liefern wahlweise

  • Substrate für die Biogaserzeugung (Anbau von Mais, Gras, Getreide, Hirse, Zuckerrüben und weiteren Kulturen),
  • holzartige bzw. lignocellulosehaltige Biomasse zur Nutzung als Festbrennstoff (z. B. schnell wachsende Baumarten, Miscanthus und andere Großgräser) und/oder
  • Zucker bzw. Stärke oder Pflanzenöle für die Biokraftstoffgewinnung (Anbau z. B. von Raps, Getreide, Mais oder Zuckerrüben).

Energiepflanzen werden als ein- oder mehrjährige Kulturen angebaut und erzielen regelmäßige und nachhaltige Biomasseerträge.

Ein besonderer Vorteil zeichnet die Biomasse gegenüber den anderen erneuerbaren Energien aus: Sie ist über längere Zeiträume (viele Monate oder Jahre) lagerfähig bzw. speicherbar und kann somit je nach Bedarf zur Energieerzeugung bereitgestellt bzw. genutzt werden.

Formen der Bio-Endenergie *

Nicht nur die Rohstoffbasis der Bioenergie (Biomasse) ist vielfältig. Auch die daraus gewonnene Energie und die hierzu eingesetzten Technologien und Verfahren zeigt eine breite Varianz. Biomasse steht in fester, flüssiger und gasförmiger Form zur Verfügung. Sie kann zur Wärmeerzeugung, zur Stromgewinnung und zur Herstellung von Biokraftstoffen eingesetzt werden.

Bioenergie in Form von Wärme liefern z. B. Kaminöfen und Pelletheizungen in privaten Haushalten. Biogene Wärme erzeugen aber auch die mit Waldrestholz-Hackschnitzeln befeuerten Dampferzeuger in Industrie und Gewerbe sowie Holzheizwerke zur Nahwärmeversorgung in Dörfern und Städten.

Bioenergie in Form von Wärme liefern z. B. Kaminöfen und Pelletheizungen in privaten Haushalten, mit Waldrestholz-Hackschnitzeln befeuerten Dampferzeuger in Industrie und Gewerbe oder auch Holzheizwerke zur Nahwärmeversorgung in Dörfern und Städten.

Biogener Stromerzeugung wird beispielsweise aus Altholz und Industrierestholz in Biomasse-Kraftwerken und durch Mitverbrennung von Biomassepellets in Kohlekraftwerken erzeugt.

Biogas aus landwirtschaftlichen Biogasanlagen wird – je nach Aufbereitung und Konversionsverfahren vielseitig zur Wärme- und Strombereitstellung oder als Kraftstoff genutzt werden kann.

Auch Rapsöl ist Bioenergie, die, ebenso wie Biodiesel und Bioethanol, Diesel- und Ottokraftstoffen anteilig beigemischt werden.

Nicht zuletzt wird auch die aus Bioabfall sowie Klär- und Deponiegas erzeugte Energie der Bioenergie zugerechnet.

* Aus: Bioenergie - die vielfältige erneuerbare Energie. 4., vollständig überarbeitete Auflage (Juni 2012). Herausgegeben von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR)/ Abteilung Öffentlichkeitsarbeit. Zur Broschuere Bioenergie