Wettbewerb Erneuerbare Energie Kommune

Im Januar 2013 wurde in einer öffentlichen Auftaktveranstaltung im Kreishaus Luckenwalde unter Ansprache der stellvertretenden Landrätin Kirsten Gurske zum Wettbewerb „Erneuerbare Energie Kommune“ aufgerufen. Vom 1. Februar bis 30. April 2013 informierten sich interessierte Akteure aus Ludwigsfelde, Trebbin, Luckenwalde, Nuthe-Urstromtal, Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf über Möglichkeiten einer selbständigen Wärme- und Stromversorgung und reichten Projektskizzen ein. Wichtige Kriterien waren das Interesse an einer weitestgehend eigenständigen und gemeinschaftlich organisierten Wärme und Stromversorgung. Gefragt waren Lösungen, die eine energetische Nutzung von Biomasse berücksichtigen. Auch Kombinationslösungen von Bioenergie mit anderen erneuerbaren Energieträgern sowie Energieeffizienzmaßnahmen waren erwünscht. Anfang Juni 2013 wurden zwei Wettbewerbsideen ausgewählt. Neben einer technischen Machbarkeitsstudie unterstützte das Team der Bioenergie-Region die Preisträger durch die Moderation von Arbeitsgruppen, die Weiterentwicklung und Konkretisierung der Projektansätze sowie durch Öffentlichkeitsarbeit in der Projektentwicklung.

Wettbewerbsidee: Machbarkeitsstudie zur Biowärmeversorgung der Ortschaft Kleinbeuthen

In Kleinbeuthen wurde die Idee verfolgt, mit ohnehin anfallenden Biomassen wie Pferdemist, Stalldung und Stroh ein innovatives biomassebasiertes Anlagenkonzept zu realisieren. Auf diese Weise sollte das Nahwärmenetz die umliegenden Häuser mit Strom und Wärme versorgen. Die Machbarkeitsstudie der Energiequelle GmbH riet von der gemeinschaftlichen Umsetzung eines Projektes zur biogasbasierten Wärmeversorgung ab, da diese unter den gegebenen rechtlichen und tatsächlichen Bedingungen nicht wirtschaftlich darstellbar ist. Es wird unter anderem eine individuelle Versorgung der einzelnen Abnehmer empfohlen, beispielsweise mittels Solarthermieanlage in Kombination mit einem Holzheizkessel zur kombinierten Heizunterstützung.

Wettbewerbsidee: Energetische Potenzialanalyse des Green Parks

Die 2013 in Stahnsdorf gegründete und auf den Klimaschutz ausgerichtete Bürgergenossenschaft EnergieBäketal eG, schlug im Rahmen des Wettbewerbs„Erneuerbare Energie Kommune“ vor, den Stahnsdorfer Gewerbestandort Green Park weitestgehend mit vor Ort erzeugter Energie und Wärme aus Sonne, Wind und Biomasse zu versorgen. Zudem ist die Einbindung umliegender Wohnhäuser und des naheliegenden Großmarkts angestrebt. Aufgrund von wegfallenden staatlichen Förderungen und der zu geringen Bioabfallmengen am Gewerbepark kommt die Erzeugung von Strom- und Wärme durch eine Biogasanlage nicht in Betracht. Allenfalls könnte ein Holzheizkraftwerk zur Unterstützung und zur Abdeckung der Spitzenlastzeiten dienen, so ein Ergebnis der Energiequelle GmbH. Ein Ergebnis der e.qua Services GmbH stellt als bevorzugte Lösung am Standort die Entnahme der Abwasserwärme aus dem Klärwerksauslauf und deren Umleitung mittels Nahwärmenetz über das Gewerbegelände vor. Um nunmehr die technischen Details wie die Wirtschaftlichkeit und die notwendigen Investitionen eines solchen Vorhabens zu erarbeiten, ist die Betrachtung der vorhandenen neun Einzel-Heizzentralen in einer weiteren Studie notwendig. Sowohl bei den Berliner Wasserbetrieben als Eigentümer der Leitungen als auch bei den Eigentümern des Green Parks besteht ein grundsätzliches Interesse an der Umsetzung des Projektes.

Hintergrund

(S. Hofschlaeger / pixelio)

Deutschlandweit versorgen sich bereits 97 Kommunen mit Strom und Wärme aus umweltfreundlicher und kostengünstiger Erneuerbarer Energie und sind zum (Bio-)Energiedorf geworden. 44 Dörfer oder Gemeinden befinden sich auf dem Weg dorthin (Stand 2014).

Im Ortsteil Feldheim (126 EinwohnerInnen) der Brandenburger Stadt Treuenbrietzen werden beispielsweise alle  angeschlossenen Haushalte autark über separate Verteilernetze mit Strom und Wärme aus Erneuerbare-Energie-Anlagen versorgt, die vor der eigenen Haustür liegen. Dort wird bereits mehr Strom produziert, als die Einwohnerinnen und Einwohner verbrauchen können. Die EinwohnerInnen von (Bio-)Energiekommunen können sich darüber hinaus über finanzielle Vorteile, sichere Arbeitsplätze, langfristige Energiesicherheit und größtmögliche Unabhängigkeit freuen.

Daher hat auch die Bioenergie-Region Ludwigfelde Plus+ zusammen mit ausgewählten Städten und Gemeinden der Landkreise Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark ein Projekt gestartet, um die Entwicklung von Erneuerbare Energie Kommunen zu fördern.

Auftaktveranstaltung

Die Auftaktveranstaltung für den „Wettbewerb Erneuerbare Energie Kommune“ fand am Donnerstag, den 31. Januar 2013, von 18 Uhr bis 19.30 Uhr im Kreistagssaal des Kreishauses Luckenwalde, Am Nuthefließ 2 in 14943 Luckenwalde statt.  

18:00 – 18:10 Uhr

Grußwort
Kirsten Gurske, Erste Beigeordnete des Landkreises
Teltow-Fläming

18:10 – 18:20 Uhr

Projektgeschichte und Zielsetzung
Iris Feldmann, Bioenergie-Region Ludwigsfelde Plus+

18:20 – 18:30 Uhr

Gemeinschaftliche Erneuerbare Energien Projekte: Chancen und Bedingungen für deren Erfolg
Prof. Peter Schmuck, Universität Göttingen (wegen Krankheit ausgefallen)

18:30 – 18:45 Uhr

Zur technischen Machbarkeit von Erneuerbare Energie Kommunen
Stephan Thude, Bioenergie-Region Ludwigsfelde Plus+, WEN GmbH & Co. KG

18:45 – 18:55 Uhr

Mögliche Unterstützung der Wettbewerber durch das Geoportal
Till Belusa, TU Berlin

18:45 – 19:00 Uhr

Vorstellung des Wettbewerbs – Ablauf, Förderung, Bewerbungsunterlagen
Rachel Michels, Universität Göttingen / Bioenergie-Region Ludwigsfelde Plus+

19:00 – 19:30 Uhr

Diskussion – Verabschiedung und Ausblick
Hans-Reiner Aethner, WARL